Unsere Kritik

Unsere Kritik am Bestehenden: Der neoliberale Gesellschaftsentwurf bricht gerade auf breiter Front in sich zusammen. Die bereits bestehende Kluft zwischen Arm und Reich wird sich als Folge der aktuellen Krisen vertiefen. Die aktuelle politische Situation wird mit der Bezeichnung „Finanzkrise“ verharm­lost. Neben der Immobilien-, Banken- und Finanzkrise handelt es sich auch um eine Überproduktionskrise, eine Krise des Wachstumsmodells, eine Hungerkrise, eine Energie-, Umwelt- und Klimakrise und eine Legitimitätskrise des demokratischen Modells.

Diese „Ellbogengesellschaft“ basiert auf einer ausbeuterischen Wirtschaftsweise. Weltweit werden die armen Regionen ausgebeutet, die reichen Staaten diktieren die Wirtschaftsbedingungen und haben die militärische Macht in ihren Händen. Es wird ohne Rücksicht auf die Umwelt produziert und konsumiert.

Auch innerhalb dieses Landes gibt es soziale Diskriminierungen: wer jung, männlich, kräftig, dynamisch ist, hat Erfolg. Frauen, Kinder, Kranke, sozial Auffällige und Alte fallen oft hinten runter. Auffallend ist der anhaltende „Atomisierungseffekt“ in unserer Gesellschaft. Der Gipfel der Vereinsamung zeigt sich in der rasanten Zunahme der Einpersonenhaushalte, vor allem in den großen Städten. Trotz alledem wird von Politik und Gesellschaft weiterhin ausschließlich das Leben in Kleinfamilie propagiert und gefördert. Alle anderen, gemeinschaftlichen Lebensformen werden kaum registriert und anerkannt, geschweige denn unterstützt.

- Auszug aus dem Flyer für das Los Gehts 2009